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Laborbericht bei Nahrungsergänzung lesen: worauf du achten solltest

Viele Marken schreiben „laborgeprüft“ auf die Packung. Was so ein Bericht wirklich aussagt, steht in wenigen Zeilen. Hier liest du, wie du ihn in fünf Schritten prüfst, auch ohne Chemiestudium.

5 Min. LesezeitStand September 2026

Was ein Laborbericht ist und was nicht

Ein Prüfbericht dokumentiert, was ein Labor in einer bestimmten Probe gemessen hat. Die Probe stammt aus einer Charge, also einer Produktion, die in einem Durchgang hergestellt und abgefüllt wurde. Der Bericht sagt damit etwas über genau diese Charge aus. Über frühere oder spätere Produktionen sagt er nichts.

Davon zu unterscheiden ist das Analysezertifikat eines Rohstofflieferanten, oft „Certificate of Analysis“ genannt. Es beschreibt den Rohstoff, bevor er verarbeitet wurde. Was am Ende in der Kapsel oder Flasche steckt, zeigt erst ein Bericht über das fertige Produkt.

Ein Laborbericht ist außerdem keine Aussage über die Wirkung. Er zeigt, was in der Packung ist und was nicht. Wie ein Nährstoff bei dir wirkt, hängt von deiner Ernährung und deiner Ausgangslage ab.

Schritt 1: Passt der Bericht zu deiner Packung?

Verpackte Lebensmittel müssen in der EU in aller Regel eine Los- oder Chargennummer tragen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln steht sie meist auf dem Boden oder am Rand der Dose. Diese Nummer sollte im Bericht wieder auftauchen.

Fehlt die Nummer im Bericht, weißt du nicht, ob er zu deiner Packung gehört. Dann kann es genauso gut der Bericht einer einzelnen, besonders gut gelaufenen Produktion von vor Jahren sein.

Schritt 2: Wer hat geprüft?

Im Kopf des Berichts steht das Labor. Zwei Fragen helfen weiter:

  • Ist das Labor unabhängig? Ein Hauslabor des Herstellers ist nicht verboten, aber ein externes Labor hat kein eigenes Interesse am Ergebnis.
  • Ist es akkreditiert? Prüflabore können sich nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditieren lassen. In Deutschland vergibt das die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Ob ein Labor akkreditiert ist, kannst du in der öffentlichen Datenbank der DAkkS nachsehen.

Gut zu wissen: Eine Akkreditierung gilt für bestimmte Prüfverfahren. Im Bericht sind akkreditierte Verfahren oft markiert, zum Beispiel mit einem Stern oder einer Fußnote.

Schritt 3: Wann wurde geprüft?

Das Prüfdatum steht meist oben rechts. Rohstoffe schwanken von Lieferung zu Lieferung, und jede Produktion läuft etwas anders. Ein Bericht, der deutlich älter ist als deine Packung, sagt wenig über das, was heute bei dir ankommt.

Schritt 4: Stimmen die Mengen?

Im Bericht stehen die gemessenen Gehalte neben den deklarierten, also denen vom Etikett. Kleine Abweichungen sind normal. Natürliche Rohstoffe schwanken, Vitamine bauen sich mit der Zeit etwas ab, und jede Messung hat eine gewisse Unsicherheit.

Die EU-Kommission hat dafür Toleranzen festgelegt, die Behörden bei der Kontrolle von Nahrungsergänzungsmitteln anwenden. Die Messunsicherheit ist darin bereits eingerechnet.

NährstoffErlaubte Abweichung vom Etikett
Vitamineminus 20 bis plus 50 Prozent
Mineralstoffeminus 20 bis plus 45 Prozent

Ein Beispiel aus einem echten Bericht: Bei einer Charge Magnesium Komplex von ATHLATIQ sind 300 mg Magnesium je Tagesdosis deklariert. Gemessen hat das Labor 335 mg, also rund 12 Prozent mehr. Das liegt innerhalb der Toleranz. Hersteller planen oft etwas mehr ein, damit der Gehalt bis zum Ende der Haltbarkeit nicht unter die Angabe fällt.

Liegt ein Wert deutlich unter der Angabe, ist das ein Warnsignal. Dann bekommst du weniger, als auf der Packung steht.

Schritt 5: Was ist mit Schadstoffen?

Für Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln gelten EU-weite Höchstgehalte aus der Verordnung (EU) 2023/915.

SchadstoffHöchstgehalt in Nahrungsergänzungsmitteln
Blei3,0 mg je kg
Cadmium1,0 mg je kg (aus Seetang 3,0 mg je kg)
Quecksilber0,10 mg je kg

Je nach Produkt prüfen Labore zusätzlich zum Beispiel Pestizidrückstände oder Mikrobiologie. Welche Parameter untersucht wurden, steht im Bericht.

Häufig findest du statt einer Zahl Kürzel wie „< BG“ (unter der Bestimmungsgrenze) oder „n. n.“ (nicht nachweisbar). Das bedeutet: Der Stoff war nicht oder nur in so kleinen Spuren da, dass das Verfahren ihn nicht beziffern kann. Das ist ein gutes Ergebnis.

Warnsignale auf einen Blick

  • Der Bericht nennt keine Chargennummer.
  • Es gibt nur ein Siegel oder Logo, aber keinen Bericht zum Nachlesen.
  • Werte oder Laborname sind geschwärzt.
  • Den Bericht gibt es nur „auf Anfrage“.
  • Es liegt nur das Zertifikat des Rohstofflieferanten vor, nicht der Bericht über das fertige Produkt.
  • Der Bericht ist mehrere Jahre alt.

So geht das bei ATHLATIQ

Bei ATHLATIQ geht jede Produktion ins Labor, bevor sie verkauft wird. Die Chargennummer steht unten auf Dose oder Flasche. Unter Laborbericht nachschlagen gibst du sie ein und öffnest den vollständigen Bericht, ohne Konto und ohne Anfrage.

Häufige Fragen

Was bedeutet „laborgeprüft“ auf einer Verpackung?

Der Begriff ist nicht geschützt. Er sagt nicht, wann, wo und worauf geprüft wurde. Aussagekräftig wird er erst mit einem Bericht, den du einsehen kannst und der zu deiner Charge gehört.

Was ist der Unterschied zwischen Analysezertifikat und Prüfbericht?

Ein Analysezertifikat kommt meist vom Rohstofflieferanten und beschreibt den Rohstoff. Ein Prüfbericht über das fertige Produkt zeigt, was nach Mischen, Abfüllen und Verpacken tatsächlich in der Packung ist.

Warum steht im Bericht mehr drin als auf dem Etikett?

Viele Hersteller planen einen kleinen Aufschlag ein, weil manche Nährstoffe mit der Zeit abgebaut werden. So bleibt die angegebene Menge bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum erhalten. Solange der Wert innerhalb der Toleranzen liegt, ist das üblich.

Was bedeutet „< BG“ oder „n. n.“?

„< BG“ heißt unter der Bestimmungsgrenze, „n. n.“ heißt nicht nachweisbar. In beiden Fällen war der Stoff nicht oder nur in so kleinen Spuren vorhanden, dass er sich nicht beziffern lässt.

Wie prüfe ich, ob ein Labor akkreditiert ist?

In der öffentlichen Datenbank der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) kannst du nach dem Labornamen suchen. Dort siehst du auch, für welche Prüfverfahren die Akkreditierung gilt.

Ist ein Produkt ohne öffentlichen Laborbericht automatisch schlecht?

Nein. Hersteller sind für die Sicherheit ihrer Produkte verantwortlich, und Behörden kontrollieren stichprobenartig. Ein öffentlicher Bericht zu deiner Charge gibt dir aber die Möglichkeit, selbst nachzusehen, statt nur zu vertrauen.

Quellen

  1. Leitfaden für zuständige Behörden zu Toleranzen bei der Nährwertkennzeichnung, Europäische Kommission, 2012
  2. Verordnung (EU) 2023/915 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln, Amtsblatt der EU, 2023
  3. Schwer gefährlich: Giftige Schwermetalle in Nahrungsergänzungsmitteln, Verbraucherzentrale
  4. Prüf- und Kalibrierlabore nach DIN EN ISO/IEC 17025, Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)
  5. Richtlinie 2011/91/EU über Angaben oder Marken, mit denen sich das Los feststellen lässt, Amtsblatt der EU, 2011

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung. Toleranzen und Höchstgehalte geben den Stand September 2026 wieder.

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